Viel Geschichte in Danzig

Teil 3 von 4 des Reiseberichts 2025.2 Danzig
Reisebericht: 2025.2 Danzig

Kleine Moppedtour nach Danzig (4 Teile)

Der Samstag, 3. Mai, begann ebenfalls sportlich. Wie üblich vor dem Frühstück lief ich eine Runde durch den nahegelegenen Wald. Die Strecke verlief kreuz und quer, teils über kaum noch erkennbare, stark überwucherte Wege. Schließlich erreichte ich den Zigankenberg, von dem aus man einen weiten Blick über Danzig hat. Ruhig, fast schon andächtig, ein starker Start in den Tag.

Überschrift

Nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg zur Westerplatte, mit Tram und Bus problemlos erreichbar. Das ehemalige Munitionslager der polnischen Armee war am 1. September 1939 Schauplatz des ersten Angriffs durch das deutsche Kriegsschiff Schleswig-Holstein, hier begann der Zweite Weltkrieg. Rund 180 polnische Soldaten verteidigten die Anlage unter widrigsten Bedingungen sieben Tage lang gegen eine weit überlegene deutsche Streitmacht.

Heute ist die Westerplatte ein weitläufiges Freilichtmuseum. Zwischen grasbewachsenen Ruinen, Schützengräben und Informationsstelen lässt sich die Geschichte dieses symbolträchtigen Ortes gut nachvollziehen. Besonders eindrucksvoll ist die Ruine des Wachgebäudes Nr. 1 direkt am Wasser, eines der ersten Ziele des Angriffs, sowie das 25 Meter hohe Denkmal für die Verteidiger. Ich verbrachte dort den gesamten Vormittag.

Anschließend fuhr ich mit dem Bus zur Festung Weichselmündung (Twierdza Wisłoujście). Die Anlage liegt direkt an der Mündung der Weichsel in die Danziger Bucht und war über Jahrhunderte Teil der Stadtverteidigung. Der zentrale Rundturm stammt aus dem 15. Jahrhundert und diente als Leuchtturm. Umgeben ist er von einer sternförmigen Bastion, die später ergänzt wurde. Die gesamte Festung ist ein gutes Beispiel für den Übergang von mittelalterlicher zu moderner Festungsarchitektur. Ich machte einen kurzen Rundgang und stieg auf den Turm mit Aussicht auf Hafen, Flussmündung und zur Westerplatte.

Festung Weichselmünde
Festung Weichselmünde

Durch die Altstadt von Danzig

Zurück nach Danzig ging es stilecht mit einem alten Ikarus-Bus, der hier an Wochenende Linie fährt. Klapprig, laut, aber mit viel Charme. In der Innenstadt standen danach die Klassiker auf dem Plan: die Drehbrücke, das berühmte Kranhaus und dann eine verdiente Pause mit Kaffee und Kuchen in der OMNI KAISER Patisserie[1].

Weiter ging es durch die Langgasse, die Prachtstraße der Rechtstadt mit ihren farbenfrohen Fassaden. Am Ende erreichte ich den Platz rund um den Neptunbrunnen, das Rechtstädtische Rathaus und den Artushof. Da der 3. Mai in Polen ein Feiertag ist, war hier einiges los: Auf dem Platz fand eine kleine Aufführung statt, mit Menschen in traditioneller Kleidung und Musik. Keine große Show, aber ein schöner Moment, der das historische Ambiente passend ergänzte.

Długa
Długa

Ich besuchte im Anschluss die Marienkirche und bestieg die 409 Stufen des 82m hohen Glockenturms, fand noch einen Cache[2] in einer Nebenstraße und ließ mich dann einfach durch die Gassen treiben. Zum Abendessen ging’s später ins Mandu[3], bekannt für hausgemachte Pierogi. Anstehen war Pflicht, aber es hat sich gelohnt.

Suppe
Suppe
Piroggen
Piroggen

Mit der Tram ging es dann gesättigt zurück ins Hotel und ich fiel müde ins Bett.

Karte der Joggingrunde:

Download file: Auf_den_Zigankenberg_in_Danzig_.gpx

Heimreise

Am nächsten Morgen zeigte sich das Wetter von seiner grauen Seite. Es regnete leicht, als ich aufstand. Nach dem Frühstück packte ich meine Sachen und machte mich gegen 9 Uhr auf die Heimfahrt, rund 450 km lagen vor mir. Beim Verlassen der Tiefgarage nieselte es noch, doch der Regen ließ bald nach. Der Tag blieb wechselhaft: Immer wieder Schauer, zum Teil heftig, dann wieder Sonne.

Bis Gorzów lief es flüssig. Doch kurz vor der Grenze kam der Stau: In Kostrzyn wird derzeit an der Oderbrücke gebaut, was zu erheblichem Rückstau führte. Ich hatte das nicht auf dem Schirm und verlor hier eine Menge Zeit.

Gegen halb sieben abends kam ich schließlich an, müde, aber mit vielen Eindrücken und Geschichten im Gepäck.

Karte der Rückfahrt:

Download file: Heimfahrt-Danzig.gpx

Reisebericht: 2025.2 Danzig

Kleine Moppedtour nach Danzig (4 Teile)

  1. [1] OMNI KAISER Patisserie
  2. [2] GC38NWB Pomnik Heweliusza 1 (Traditional Cache) in Pomorskie, Poland
  3. [3] Pierogarnia Mandu Gdansk

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