Über 12 Pässe an die Côte d’Azur

Teil 3 von 9 des Reiseberichts 2025.3 Seealpen
Reisebericht: 2025.3 Seealpen

Mit dem Motorrad über die Seealpen bis nach Saint Tropez und zurück. Dabei ging es auch durch Annecy und Turin, sowie über jede Menge Alpenpässe. (9 Teile)

Am Dienstag, 17.06., ging es nach dem Frühstück mit funktionierender Kaffeemaschine aus Annecy raus und im Uhrzeigersinn drumherum. Über die D216 ging es erst nach Osten und in Saint-Jean de-Sixt auf der D909 über den Col des Aravis. Dies war für mich der Einstieg in die Route des Grandes Alpes.

Die Temperatur am Morgen lag noch bei angenehmen 15 °C, aber die Sonne gab sich schon sehr früh viel Mühe, so dass es am Vormittag schnell warm wurde. Umso erfreuter war ich, dass es oben auf den Pässen immer deutlich kühler war. Kurvig ging es weiter über den Col des Saisies und dann folgte der Col de Méraillet und Cormet de Roselend.

An der Verschleißgrenze

Das ständige Auf und Ab und die engen Kehren schien meiner Hinterradbremse mehr als erwartet zuzusetzen, denn bei der Abfahrt vom Corme de Roselend griff sie nicht mehr und ich musste ein paar mal Pumpen. Ich hielt bei der nächsten Gelegenheit an, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Die Bremsflüssigkeit sah eigentlich gut aus, aber die Bremsbelege waren deutlich geschrumpft. Ich vermutete, dass aber dennoch zusätzlich vielleicht der Wasseranteil in der Bremsflüssigkeit doch etwas kochte. Ich wartete etwas ab, prüfte im Stand ob die Bremse wieder wie gewohnt funktionierte. Danach setzte ich meine Fahrt fort, blieb aber etwas zurückhaltender und nutzte deutlich mehr die Motorbremse in den Abfahrten.

Gruppenzwang

In gemütlicher Fahrweise, aber immer auch mit Gedanken bei der Bremse und wie ich das kurzfristig lösen könnte, schraubte ich mich hinauf zum Col de l’Iseran. Der Blick über die schneebedeckte Landschaft hier am höchsten befahrbaren Alpenpass ließ mich kurz meine Sorgen vergessen. Nach der Abfahrt vom Col de l’Iseran blick ich das nächste Mal stecken, diesmal in einer Schafsherde. Bis hierhin machte auch die Hinterradbremse keine erneuten Probleme, ich blieb jedoch weiterhin vorsichtig.

Über den Col de la Madeleine ging es dann weiter bis nach Saint-Michel-de-Maurien, zum heutigen Etappenziel Hotel Le Marintan[1], welches ich am Nachmittag und nach 250 km mit 6 Pässen erreichte. Es war schon wieder unfassbar warm, so dass ich schnell das Zimmer bezog, um mich frisch zu machen.

Danach ging es durch den kleinen Ort, einmal entlang der Hauptstraße. Ich suchte am Bahnhof noch fix einen Geocache[2], bevor ich mich im Carrefour Supermarkt mit ein paar Lebensmitteln für den Abend eindeckte und den Tag in der Unterkunft nochmal Revue passieren ließ.

der fünfte Reisetag

Am Mittwochmorgen des 18.06, noch vor dem Frühstück, suchte ich nach möglichen Werkstätten, die vielleicht meine Bremse machen könnten. Das war gar nicht so einfach und am Ende schrieb ich eine Honda-Werkstatt in Saint-Tropez an, bevor ich zum Frühstück ging und in den Tag startete.

Kurz nach 8 Uhr machte ich mich auf den Weg weiter Richtung Süden. Über die Route du Télégraphe ging es aus Saint-Michel-de-Maurien raus und direkt zum ersten pass, den Col du Télégraphe. Danach ging es auf der D902 weiter durch Valloire bis hoch auf den Col du Galibier und danach direkt über den Col du Lautaret. Von dort ging es weiter auf die D1019 bis nach Briançon, wo die D902 wieder fortsetzte.

Waren die hinter mir liegenden Pässen noch leicht zu fahren, war die Auf- un Abfahrt dess Col d’Izoard doch schon deutlich anspruchsvoller, da die Straße hier etwas enger und gespickt mit vielen kleinen Kehren war. Inzwischen hatte auch die Werkstatt meine Mail beantwortet und eine kleine Rückfrage, die ich ebenso schnell beantworten konnte. Nachdem ich auch die Abfahrt gemeistert hatte, eine Baustelle verlangsamte hier auch zusätzlich meine Fahrt und die Bremse glücklicherweise keine Probleme machte, ging es nach 50 km über den Col de Vars. Abermals hatte ich eine Antwort in der Tasche und die Zusage, dass ich einfach am Donnerstag Nachmittag oder Freitag vorbeikommen könne. Das erleichterte mich, aber knapp 60 km später kam die nächste kleine Herausforderung bei der Auffahrt zum Col de la Cayolle.

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Col de la Cayolle
Col de la Cayolle

Herausfordernd

Die Straße über den Pass war nur 3 Meter breit, zumindest fühlte es sich so an. In die Kurven konnte ich nicht weit sehen und der Gegenverkehr, gern auch mal das ein oder andere Wohnmobil, zwang mich zusätzlich langsamer zu machen, als ich eh schon war. Die hochsommerlichen Temperaturen machten daraus eine schweißtreibende Angelegenheit, die ich schlussendlich aber gut meisterte.

So nahm die rund 230 km lange Strecke über diese 6 Pässe mehr Zeit ein, als geplant, aber immerhin habe ich hier nicht nur die Murmeltiere gehört, sondern hier und da auch entlang der Strecke gesehen. Ich erreichte am Nachmittag den Ort Guillaumes, wo ich ein Zimmer im B&B Les Terre Rouges[3] bezog.

Feierlichkeiten

Danach ging ich in ein Café um die Ecke, der Ort war ja wirklich nicht groß, trank einen Kaffee und genoß ein Granita, bevor ich den örtlichen Supermarkt besuchte, um noch etwas fürs Abendessen zu besorgen. Danach spazierte ich noch durch die kleinen Gassen und wurde zufällig Zeuge der Ehrung von Charles de Gaulle, denn der 18. Juni ist ein Feiertag in Frankreich, der an den Appel des 18. Juni 1940 erinnert.

Erleichterung an Tag 6

Am Donnerstag, 19.06., stand nur 140 km auf dem Plan, so ließ ich mir mit dem Frühstück Zeit und began meine Fahrt für meine Verhältnisse sehr spät nach 9 Uhr. Ich folgte der D2202 nach Süden und so entlang einer Schlucht, die ich gar nicht erwarte. Die Gorges de Daluis ist eine 6 km lange und 800 m hohe Schlucht, welche vom Fluss Var gegraben wurde. Die Straße folgt dabei den Felsen und die Richtungsfahrbahnen teilen sich hin und wieder mal, wenn sie durch Tunnel verlaufen. An der Departmentgrenze wird aus der D2202 wieder die D902 und an der Pont de Gueydan trifft sie auf die N202.

Ich folgte der N202 bis Saint-Julien-du-Verdon und wechselte auf die D955, welche mich durch Castellane brachte. Es ging weiter über kleine kurvige Straßen, enlang an schroffen Felswänden durch Le Bourget, Jabron und Comps-sur-Artuby.

Hotel Kube Saint Tropez
Hotel Kube Saint Tropez

Die Rettung

Am frühen Nachmittag und bei reichlich über 30 °C erreichte ich Sainte-Maxime und das Hotel Les Palmiers[4]. Da es noch zu früh war, um einzuchecken, ließ ich nur meine Koffer dort und fuhr direkt weiter zur Werkstatt Motos du Golfe[5] in Saint-Tropez, welche ich kurz vor 14 Uhr erreichte und ich hier noch etwas warten musste, bis wieder geöffnet wurde.

Kaum offen, stand mein Mopped auch schon in der Werkstatt und 20 Minuten später konnte ich mit frischen Bremsbelägen und einer funktionierenden Bremse wieder fahren. Das nenne ich mal schnelle und unkomplizierte Hilfe.

Zurück in Sainte-Maxime konnte ich mein Zimmer beziehen, raus aus den Moppedklamotten und mich endlich frisch machen. Mittlerweile waren es 35 °C und ich spazierte etwas am Hafen und Strand von Sainte-Maxime entlang, dann durch die kleine Gassen auf Kaffee und Eis. Ein Cache[6] durfte hier natrülich auch nicht fehlen und dann wurde es ganz langsam auch schon Zeit für einen Abendsnack. Etwas Leichtes und Frisches fand ich im Pokaï Sainte-Maxime[7].

Nachdem Abendspaziergang zurück zum Hotel ließ ich den Abend bei einem kühlen Getränk in der Hotelbar ausklingen.

Route

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Reisebericht: 2025.3 Seealpen

Mit dem Motorrad über die Seealpen bis nach Saint Tropez und zurück. Dabei ging es auch durch Annecy und Turin, sowie über jede Menge Alpenpässe. (9 Teile)

  1. [1] Le Marintan – Hotel
  2. [2] GCA31KW Gare de St-Michel Valloire (Traditional Cache) in Auvergne-Rhône-Alpes, France
  3. [3] Les Terre Rouges 06
  4. [4] Hôtel Restaurant Les Palmiers (Sainte Maxime)
  5. [5] Motos du Golfe – Saint-Tropez
  6. [6] GCA31FX Pont du Préconil (Objectif zéro mégot) (Traditional Cache) in Provence-Alpes-Côte d’Azur, France
  7. [7] Pokaï Sainte-Maxime

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