Mit dem Motorrad über die Seealpen bis nach Saint Tropez und zurück. Dabei ging es auch durch Annecy und Turin, sowie über jede Menge Alpenpässe. (9 Teile)
- Das Abenteuer beginnt im Département Haute-Savoie
- Durch Annecy, dem Venedig der Alpen
- Über 12 Pässe an die Côte d’Azur
- Die Gendarmerie von Saint-Tropez
- Auf einen Kaffee nach Monaco
- Auf der Suche nach Genuss im Piemont
- Kein Grabtuch in Turin
- Am Kirchturm von Alt-Graun vorbei nach Hause
- Seealpen: Fakten, Fazit und Film
Nach dem Sonntagsfrühstück am 22.06, packte ich mein Zeug zusammen und aufs Mopped.
kurvig rüber nach Italien
Bei noch angenehmen Temperaturen ging es über die D2566 nördlich raus aus Menton und kaum unterquerte ich die Autobahn A8, ging es auch schon wieder ins Kurvengewimmel. Mein Weg führte mich durch Monti und Castillon über den Col de Turini. Danach ging es ebenso kurvig weiter entlang der M70 durch Saint-Martin-Vésubie auf die M2565 und zur M2505 bis nach Isola.

Hier befand ich mich abermals auf den Spuren der Tour de France. Die weiterhin angenehmen Temperaturen rührten vermutlich daher, dass es in der Nacht hier geregnet hatte.
Im Kreisverkehr nach rechts auf die M97, welche mich hinauf auf den Col de la Lombarde führte. Der Pass ist 2350 m hoch und befindet sich genau auf der Grenze zwischen Frankreich und Italien, genauer zwischen Provence-Alpes-Côte d’Azur und dem Piemonte.

Während die Auffahrt zum Pass auf der französischen Seite breit genug für 2 Fahrstreifen ist, bot die Abfahrt auf der italienischen Seite doch die Herausforderung eines Single-Track Weges, vor allem wenn einem Wohnmobile und PKW entgegenkamen, da hieß es Geduld bewahren. Das ging so knapp 20 km, aber bot auch immer mal Zeot etwas die Aussicht zu genießen.
Nach Cuneo ging es dann schnell voran und so war ich schon recht zeitig in Saluzzo, dem Etappenziel angekommen. Zu meinem Glück war die Rezeption des Hotels Griselda[1] schon besetzt und ich konnte mein Zimmer beziehen.
Das Hotel ist so ein klassisches 1970er Jahre Business-Hotel. Einfach nur zweckmäßig. Offensichtlich wird es vorwiegend von Monteuren genutzt, aber es liegt nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt.
Da es mittlerweile auch schon wieder hochsommerliche Temperaturen hatte, führte mich mein Weg durch den kleinen Gassen zunächst in die Gelateria La Romana[2]. Eigentlich fragte ich nach Kaffee und als das bejaht wurde, bestellte ich Kaffee und 3 Kugeln Eis. Vermutlich war es meinem schlechten Italienisch geschultet, also eigentlich sinds ja nur ein paar Brocken, denn ich bekam die 3 Kugeln Eis und den Kaffee darübergeschüttet. Aber, das schmeckte erstaunlich gut und wir konnten über das Missverständnis nur lachen.
kleine italienische Zeitreise
Ich spazierte danach weiter durch die Gassen von Saluzzo. Es war nicht viel los, aber das ist im Süden am Nachmittag auch nichts Besonderes. In einer kleinen Nebengasse auf dem Weg zur Festung La Castiglia hörte ich aus einem offenen Fenster Gianna Nannini spielen und irgendwie war das auch eine kleine Zeitreise.
Die Castiglia[3], das einstige Schloss der Markgrafen von Saluzzo, thront über dem mittelalterlichen Ort vor der Kulisse des Monviso. Erbaut zwischen 1270 und 1286 auf älteren Festungen, diente sie der Markgrafenfamilie als Residenz und Machtsymbol. Unter Ludovico II wurde die Burg Ende des 15. Jahrhunderts zur Renaissance-Residenz umgebaut. Später verfiel sie durch militärische Bedeutungslosigkeit, französische Besetzung und Vernachlässigung. Ab 1825 wurde sie in ein Gefängnis umgewandelt, wobei viele historische Elemente zerstört wurden. Seit 2006 ist die Castiglia restauriert und beherbergt heute Museen, ein Archiv und Gastronomiebereiche.
Im Museum verbrachte ich einige Zeit, gab es doch sehr einiges zu entdecken. Nicht nur die Historie der Burg, sondern auch eine Sonderausstellung rund um italienisches Industriedesign. So gab es Stühle, Radios oder Automodelle zu sehen.
Danach lief ich langsam wieder hinab ins alte Zentrum und zufällig fand am Abend in der Cattedrale Maria Vergine Assunta eine Hochzeit statt. Ich beobachtete das Treiben aus der Ferne, wie gefühlt der halbe Ort, als die Hochzeitsgesellschaft aus der Kirche kam.
Der fortgeschrittene Tag forderte nun auch einen kulinarischen Abschluss.
Zum Abendessen wählte ich das Ristorante Le 4 stagioni di Casa Sassone[4]. Zum Hummus mit Pilzen und Zwiebeln gab es wirklich sehr leckeres Focaccia und auch die Falafel waren sehr gut. Zum Desert durfte ein cremiges Zitronensorbet natürlich auch nicht fehlen.
Damit ging dieser erste Tag in Italien zu Ende.
Ins Herz des Piemont
Am Montag, den 23.06. ging es aber auch schon weiter und wieder raus aus Saluzzo. Es ging bei angenehmen Temperaturen durch Obstplantagen, vorwiegend Äpfel, dann kurz auf die SP27, welche ich vor Bagnolo Piemonte aber auch schon wieder verließ. So ging es weiter kurvig über kleinere Staßen durch Montoso, Bibiana und Bricherasio. Auf der SP64 fuhr ich bis San Germano Chisone, von dort weiter über die SR23, später auch SP23 bis kurz vor Pourrieres, wo ich auf die Nebenstraße hinauf zu Colle delle Finestre wechselte.
Die Auffahrt war wieder sehr schmal, aber es gab quasi keinen Verkehr hier, so dass ich zunächst unsicher war, ob ich hier richtig bin. Es ging vorbei an Alpwiesen und langsam in Höhe. Auf 2178 m Höhe angekommen, genoss ich erstmal die Aussicht und stellte gleich fest, die Abfahrt ist im Gegensatz zur Auffahrt nicht asphaltiert. Das sollte noch spaßig werden.

Ich unterhielt mich mit zufällig mit einem Radfahrer, der den Schotterweg hinaufkam und fragte, wie lang der Abschnitt mit Schotter so ist. 8 Kilometer meinte er, aber es sei gar nicht so schlimm, da es schon wieder trocken genug war, um nicht matschig zu sein.
staubige Angelegenheit
Ich muss zugegeben, dass vor der Abfahrt Respekt hatte, vor allem, da die Fahrbahn auch sehr schmal und der Rand weniger befestigt ist. Es half jedoch nichts, ich musste ja da runter ohne unnötig einen riesigen Umweg zu fahren. Immer nach dem Motto: Lieber 5 Minuten Angst, als ein Leben lang tot, machte ich mich vorsichtig auf den Weg hinab. Die Linkskurven waren unproblematisch, aber bei den engen Rechtskehren, habe ich ab und an mal die Variante mit Anhalten und zurückrollen genommen. Flüssig war das nicht, aber dafür anstrengend.
Nochmal sehr kurvig wurde es vor Meana di Susa, wo es dann nach Osten durch Mattie und auf die SP24 und SS25 mehr oder weniger parallel entlang zur Autobahn A32 bis nach Turin ging.
Das Hotel Cascina Fossata[5] für 2 Nächte in Turin befindet sich im Stadtteil Borgo Vittoria und ist ein modenere Komplex, der auf den Mauern eines historischen Gehöfts aufgebaut ist. So verschmelzen dort alte und neue Bauweise. Dieser Neubau bietet nicht nur Platz für das Hotel, sondern auch Apartments oder einem Supermarkt.
Auffällig sind die sehr weiten Flure im Hotel. Die Zimmer sind geräumig, alles ist recht offen gestaltet.
Nachdem dem Check In regnete es kurz, aber nur wenige Minute später war auch schon wieder die Sonne da. Ich spazierte aus dem Hotel Richtung Zentrum, direkt am Hotel signierte ich noch schnell ein Logbuch eines Geocaches[6], bevor ich in eine kleine Stärkung in einem Café genoss.
Danach lief ich in der Hitze der Sonne entlang am Fluss Po bis zur Mole Antonelliana. Das zwischen 1863 und 1889 entstandende pavillionartige Gebäude, ist das Wahrzeichen der Stadt Turin. Das Gebäude hat eine Gesamthöhe von 167,5 Metern und es beherbergt heute das Nationale Filmmuseum Turin. In einem gläsernen Lift käme man hinauf in die Laterne zur Aussichtsplattform auf 85 m Höhe.
Leider war aber der Aufzug zur Panorama-Aussicht defekt, so dass ich nicht die Gelegenheit hatte, Turin von oben zu sehen. So blieb mir nur der Gang in den Souvenirshop um eine Kleinigkeit für die Blogoma mitzunehmen.
Italienischer Fastfood-Abend
Danach lief ich weiter vorbei an der Galleria Subalpina, entlang der Via Roma bis zum Piazza San Carlo.
Nach der ganzen Bummelei bekam ich langsam wieder Hunger und auf dem Weg nach Essbaren, machte ich noch einen kleinen Abstecher zum Palazzo Fetta di Polenta. Dort gab es natürlich einen Cache[7] zum ulkigen Gebäude, welche eher wie ein Stück einer Polenta aussieht. Nicht weit entfernt kehrte ich dann im Plant BUN[8] zum Burgeressen ein.
Mit dem Bus ging es dann zurück ins Hotel, wo ich satt und müde ins Bett fiel.
Route
Mit dem Motorrad über die Seealpen bis nach Saint Tropez und zurück. Dabei ging es auch durch Annecy und Turin, sowie über jede Menge Alpenpässe. (9 Teile)
- Das Abenteuer beginnt im Département Haute-Savoie
- Durch Annecy, dem Venedig der Alpen
- Über 12 Pässe an die Côte d’Azur
- Die Gendarmerie von Saint-Tropez
- Auf einen Kaffee nach Monaco
- Auf der Suche nach Genuss im Piemont
- Kein Grabtuch in Turin
- Am Kirchturm von Alt-Graun vorbei nach Hause
- Seealpen: Fakten, Fazit und Film
- [1] Hotel Griselda Saluzzo ↩
- [2] Gelateria La Romana – Saluzzo ↩
- [3] La Castiglia – Comune die Saluzzo ↩
- [4] Ristorante Le 4 stagioni di Casa Sassone ↩
- [5] Cascina Fossata Hotel Torino ↩
- [6] GCB0CPM {b&b} Cascina Fossata (Traditional Cache) in Piemonte, Italy ↩
- [7] GCAZCZE Palazzo Fetta di Polenta (Traditional Cache) in Piemonte, Italy ↩
- [8] Plant BUN – Il primo fast food 100% vegatale ↩





















































Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden. Datenschutzerkärung