Im Jahr 1899 hat man in Lübbenau ein Heimatmuseum gegründet und 100 Jahre später wurde das Spreewald-Museum[1] im markanten Gebäude mit dem Torbogen untergebracht, wo sich ursprünglich das Rathaus, später auch das königliche Amtsgericht mit Polizeistation befand.

Kunstsammlung
Zu Beginn der Ausstellung betritt man den sogenannten Setzkasten, der einführend zeigt, was das Museum bewahrt, gefolgt von Filmdokumenten erreicht man eine kleine Galerie mit Kunst aus dem Spreewald.


Das Museumskaufhaus
Eine Etage weiter oben betritt man zunächst den Kolonialwarenladen um 1900 mit einem großem Sortiment an Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs, die weiteren Räumen geht es um diverse Kleidung, wie Schuhe, Hüte oder auch im Schneiderei.
Bereits seit dem 11. Jahrhundert siedelten sich Deutsche im, bis dahin von slawischen Völkern bewohnten, Spreewald an. So wurden die Städte Cottbus, Lübben, Lübbenau und Calau als Handels-, Markt- und Kirchenorte gegründet.
Hier wurden die reichen Gemüseernten verkauft und zum Ende des 19. Jahrhunderts florierten die Städte mit ihren Handwerken und Gewerbetriebenden. Man kann in diesem Musem quasi in das geschäftige Leben der Region um 1900 eintauchen.



Am Ende steht man in einer Kneipe. Frisch gestärkt kann es auch schon auf Reisen gehen.
Die Spreewaldbahn
Auch wenn der Kahn lange das wichtigste Verkehrsmittel im Spreewald war und die meisten Waren seit Jahrhunderten damit transportiertwurden, änderte sich das rapide mit dem Ausbau der Eisenbahn. 1867 wurden auf der Strecke Berlin – Görlitz die Städte Lübben, Lübbenau und Cottbus an das Bahnnetz angeschlossen.
Damit auch die Orte östlich des Oberspreewalds besser angebunden wurden, errichtete man eine eigene Schmalspurbahn. Diese Spreewaldbahn brachte zwischen 1898 und 1970 Waren und Arbeitskräfte vom Land in die Städte und später auch Urlauber.
Im 2011 errichteten Anbau kann man den originalen Personen- und Packwagen, sowie die Lokomotive 99 5703 auch LCK3 genannt besichtigen.
Mutti räumt auf
Zur Dauerausstellung gibt es auch wechselnde Sonderausstellungen eine Etage weiter oben. Das aktuelle Thema Das Kinderzimmer in der DDR oder auch Mutti räumt auf.
Maulwurf, Sandmann oder Pittiplatsch gehörten in den 1960er bis 80er Jahren in fast jedes DDR-Kinderzimmer, so auch in meines. Die Ausstellung gibt einen kleinen Einblick in das Leben von Kindern der DDR mit Eisenbahnplatte, Kaufmannsladen oder Puppenhaus, eigenes Zimmer oder geteiltes Reich mit den Geschwistern. Vom Kleiderschrank über Kinderbücher und Möbel bis zu Filmen und Spielzeug zeigt sich dabei, wie unterschiedlich und gleichzeitig ähnlich Kindheit damals aussah.
Der Keller
Im Keller befindet sich das Verließ. Als ehemaliges Amtsgericht und Polizeistation gab es natürlich einen Ort für Gefangene.

Alles in allem eine durchaus interessante Ausstellung.
Wie kommt man dahin? Na ganz einfach mit dem Regionalexpress direkt nach Lübbenau und dann noch ein kleiner Spaziergang.
Spreewald-Museum Lübbenau: Adresse und Besuch
- Adresse: Topfmarkt 12, 03222 Lübbenau/Spreewald, im Torhaus in der Altstadt
- Anreise: mit dem RE2 ab Berlin direkt bis Lübbenau, vom Bahnhof rund 15 Minuten zu Fuß
- Zu sehen: Kolonialwarenladen, Handwerksstuben, Kneipe um 1900, Spreewaldbahn mit Lok 99 5703 und wechselnde Sonderausstellungen
- Öffnungszeiten und Eintritt: aktuell beim Museum
- Kombinieren: Kahnfahrt ab Lübbenau oder das Freilandmuseum in Lehde
Angaben ohne Gewähr, Stand September 2026.




































Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden. Datenschutzerkärung