Ich folgte einer Einladung zur indischen Hochzeit und nutzte die Gelegenheit für eine Winterflucht in Südindien. (11 Teile)
- Eine Einladung nach Indien als Auftakt einer etwas anderen Reise
- Auf zwei Rädern und mitten ins südindische Ritual
- Mit der Enfield zu Tempeln, Wasserfällen und Hochzeitsfesten
- Eine indische Hochzeit mit Dämonen und unerwarteter Begrüßung
- Abschied aus Belagavi und Dankbarkeit im Gepäck
- Geburtstag in Bengaluru
- Grüne Parks, Rikschas und indische Palmenhörnchen
- Achterbahnen, Karussells und ein Mosambi Mojito
- Trubel auf dem Krishnarajendra Markt
- Planetarium, Kunst und ein letzter Abend in Bengaluru
Die Nacht nach dem Haldi-Fest[1] war kurz, denn am 15.12. begann der Tag schon sehr früh mit der Hochzeit.
Daher hieß es zeitig aufstehen und um 7 Uhr bereitstehen, damit wir pünktlich abgeholt werden konnten. Wir erreichten den Veranstaltungsort gegen 8 Uhr zusammen mit der Morgensonne und damit rechtzeitig, um der tradionellen Trauungszeremonie im etwas kleineren Familien- und Freundeskreis beizuwohnen.
Im Gegensatz zu uns, blieben Somesh und Komal nach der Feier am Vorabend über Nacht am Veranstaltungsort und waren bis morgens um 4-5 Uhr beschäftigt. Der Braut wurde schon früh geholfen mit Makeup und Haaren, sowie mit dem Kleid, um für die Hochzeit fertig zu sein. Der Bräutigam fuhr nur kurz nach Hause, um sich fertig zu machen.
Hochzeit am Morgen
Es war eine ruhige Aneinanderreihung vieler kleiner Rituale, zwischen denen der Priester immer wieder einige Worte leise an das Brautpaar richtete, Gebete sprach und sie teilweise anleitete. Aus dem Hintergrund begleiteten 5 Musiker mit sanfter traditioneller Musik das Geschehen. Wir schauten alle geduldig zu und beobachteten freudig das Brautpaar auf ihrem Weg in das gemeinsame Leben.
Nachdem der Bund offiziell geschlossen war, durfte der Reis nicht fehlen. Kaum haben wir alle dem Brautpaar gratuliert, tauchte Sicherheitsmenschen auf und Dr. Mahadevappa[2], Minister für Soziales der Regierung von Karnataka, kam auf uns zu. Selbstverständlich gratulierte er zuerst dem Brautpaar, aber damit nicht genug, er ehrte uns als Gäste des Landes. So bekamen wir jeweils vom Minister eine Angavastra und eine Male (Gebetskette) umgehangen, sowie einen Mysore Peta Turban.


Das war für uns eine große, aber auch äußerst unerwartete Ehre. Der Minister kam extra aus Dehli früh eingeflogen. Komals Vater ist ein angesehener Lokalpolitiker und es sprach sie schnell herum, dass zur Hochzeit internationale Gäste anreisen werden.
Gegen 10 Uhr hatten wir dann etwas Zeit für eine Verschnaufpause und ein paar Frühstücksnacks. In der Zwischenzeit zog sich der Bräutigam zunächst zurück.
Großer Empfang
Gegen Mittag ging es aber auch schon lautstark weiter, denn der eigentliche Hochzeitsempfang begann. Es wurde schnell voll. Unter den rund geladenen 4000 Gästen aus der Umgebung waren auch weitere Lokalpolitiker und auch der Bürgermeister. Dennoch galt ein großes Interesse natürlich uns und wir waren sehr oft Teil von großen Gruppenfotos. Wir konnten kaum einen Meter gehen, ohne das uns jemand bat, doch ein Foto zu machen.
Um halb 2 kam der Bräutigam mit einer großen Parade und lauter Musik wieder zurück. Es gab daraufhin eine verkürztes Hochzeitsritual für die Gäste und eine wundervolle Kathakali Aufführung. Dabei handelt es sich um eine der ältesten Tanzdarbietungen, bei der Dämonen und Götter aus der hinduistischen Mythologie dargestellt werden. Mit überzogener Mimik und Gestik, zusammen mit den Masken und Kostümen, entsteht ein beeindruckendes Schauspiel, welches von Schreien, Rufen und Musikern begleitet wird.

Nach dem wir uns an der Küche etwas zum späten Mittagessen geholt hatten, wollten wir uns in den Schatten eines Baumes setzen. Das war aber nicht so einfach dorthin zukommen. Für knapp 15 Meter Strecke haben wir locker 30 Minuten benötigt, da immer mal wieder Menschen mit uns Fotos machen wollten. Kaum saßen wir und wollten uns ein wenig beim leckeren Essen ausruhen, wurden wir wieder schüchtern angesprochen, ob wir denn nicht doch bitte …
Da uns immer jemand aus der Familie der Braut oder des Bräutigam begleitete, der auch ab und an übersetzte oder den Auslöser drückte, wurde uns oft in solchen Situationen gesagt, wir könnten auch nein sagen. Aber mein Kollege Jhorman meinte zurecht, es ist für uns eigentlich nur eine kleine Geste und macht viele Menschen offensichtlich glücklich. Auch wenn wir erschöpft waren, haben wir gern Fotos mit allen gemacht.
Die ausgelassene und feierliche Stimmung hielt sich bis in den späten Nachmittag, an dem wir dann, etwas müde zurück ins Hotel sind, um uns auszuruhen und umzuziehen.
Einzug der Braut
Der Tag war damit natürlich noch nicht vorbei. Um 19 Uhr fuhren wir mit Rikschas zum Elternhaus des Bräutigams. Denn zur Hochzeit gehört es auch, dass die Braut in der Haus einzieht. Selbstverständlich wird auch dies groß gefeiert. Als wie ankamen, sahen wir schon von Weitem den geschmückten Eingang, etwas Feuerwerk und die Familie feiern.
Als dann das Brautpaar ankam, wurde mit Musik und Tanz die Braut in die Familie des Bräutigams eingeführt und ein großes Banner über der Tür begrüßte Komal im neuen (symbolischen) Zuhause.
Es gab einen kleinen süßen und herzhaften Snack, danach musste das Brautpaar einige Spiele spielen, um zu prüfen, wer die Oberhand haben wird. Ich kann mich nicht mehr so richtig erinnern, ob es einen eindeutige Siegerin oder Sieger gab. Aber darauf kam es eigentlich nicht wirklich an.
Es folgte noch ein letztes gemeinsames Abendessen und ein kleiner Teilabschied, da einige von uns schon sehr früh am Morgen abreisten, bevor wir alle wieder zurück ins Hotel fuhren und nach diesem ereignisreichen Tag sehr müde ins Bett fielen.
Ich folgte einer Einladung zur indischen Hochzeit und nutzte die Gelegenheit für eine Winterflucht in Südindien. (11 Teile)
- Eine Einladung nach Indien als Auftakt einer etwas anderen Reise
- Auf zwei Rädern und mitten ins südindische Ritual
- Mit der Enfield zu Tempeln, Wasserfällen und Hochzeitsfesten
- Eine indische Hochzeit mit Dämonen und unerwarteter Begrüßung
- Abschied aus Belagavi und Dankbarkeit im Gepäck
- Geburtstag in Bengaluru
- Grüne Parks, Rikschas und indische Palmenhörnchen
- Achterbahnen, Karussells und ein Mosambi Mojito
- Trubel auf dem Krishnarajendra Markt
- Planetarium, Kunst und ein letzter Abend in Bengaluru





























Such a lovely read! 🌸 I’m sad I missed the wedding, but reading your post made me feel like I was there!
The women dancers in the photo are wearing white and gold sarees with traditional jewellery, which is typical for Mohiniyattam or temple-style classical dance performances, or sometimes wedding cultural performances in Kerala/Karnataka. Their hand gestures and poses suggest classical Indian dance, more likely a ceremonial or festive dance performance, not Kathakali theater.