Genf zwischen Geschichte und Gegenwart

Teil 8 von 12 des Reiseberichts 2025.4 Schweiz

Am Samstag den 13.09. brach ich schon gegen halb 9, kurz nach Frühstück auf und fuhr mit der Bahn nach Sécheron.

Politische Zeichen und stille Monumente

Bei trockenen 12 °C erreiche ich nach einem kurzen Spaziergang den gebrochenen Stuhl Broken Chair. Diese 12 m hohe Skulptur aus Holz steht gegenüber dem Palais des Nations und ist ein Mahnmal gegen Splitterbomben und Antipersonenminen.

Broken Chair
Broken Chair

Aber auch der Völkerbundpalast (Palais des Nations) der UNO und die davor befindliche Flaggenallee der Mitgliedstaaten ist sehenswert. Leider ist am Wochenende kein Zugang möglich, so dass ich eben nur vom Zaun aus schauen konnte.

Nur wenige Meter weiter, vor dem Gebäude der ITU, steht die Skultpur Frieden, ein brauchbar gemachtes Geschütz.

Ich lief die Avenue de France nach Osten hinunter bis zum Park Mon Repos und an den Genfersee. Hier besuchte ich das Musée d’Histoire des Sciences[1], ein kleines wissenschaftshistorisches Museum.

Parc Mon Repos
Parc Mon Repos

Wissenschaft zum Anfassen

Das Museum, welches in der Villa Bartholoni untergebracht ist, ist einzigartig in der Schweiz. Es zeigt historische wissenschaftliche Instrumente aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, die einst Genfer Gelehrten wie Saussure und Pictet gehörten. Die Ausstellung macht die Entwicklung von Disziplinen wie Astronomie, Mikroskopie und Elektrizität anschaulich und zeigt, wie wissenschaftliches Wissen entsteht.

Danach flanierte ich entlang des Ufers bis zum englischen Garten und weiter zum Jet d’Eau, um ihn auch noch etwas aus der Nähe zu betrachten, bevor ich hinauf zur Cathédrale Saint-Pierre de Genève[2] lief.

Highlights mit Ausblick

Die Kathedrale wurde ab 1160 im romanischen Stil erbaut, später gotisch vollendet und im 18. Jahrhundert mit einem klassizistischen Säulenportikus ergänzt. Nach der Reformation 1535, ausgelöst durch Guillaume Farel, wurde sie reformiert und Jean Calvin predigte dort 23 Jahre lang. Die Makkabäerkapelle entstand um 1400 im gotischen Stil, diente später als Lager und Schulraum und wurde 1888 restauriert. Nach fast 485 Jahren fand 2022 erstmals wieder eine katholische Messe statt.

Natürlich ließ ich es mir hier nicht nehmen, auf die Türme zu steigen und von oben auf Genf und die Alpen zu schauen.

Nach einem kleinen Nachmittagssnack lief ich wieder zum Englischen Garten, denn dort gab es ja auch noch ein Riesenrad. Eine Runde rum und dann stürzte ich mich nochmal ins Getümmel der Fußgängerzone.

Den frühabendlichen Regen wartete ich im Hotelzimmer ab, bevor ich mich zum Abendessen im Mercato Ethiopian Restaurant[3] einfand und bei leckerem Essen und authentischer Atmosphäre den Tag ausklingen ließ.

  1. [1] Musée d’Histoire des Sciences
  2. [2] Cathédrale Saint-Pierre de Genève
  3. [3] Mercato Ethiopian Restaurant

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