Wir trafen Albert Einstein in Bern

Teil 3 des Reiseberichts Schweiz Rundreise (2026)

Eine Woche mit der Bahn durch die Schweiz. Mit Vio im Golden Pass Express von Bern über Montreux nach Interlaken. Mit Besuch in Lauterbrunnen, Grindelwald und bei Wilhelm Tell. (7 Teile)

Bevor es nach Bern ging, fuhren wir am Montag, 7. September, am späten Vormittag zunächst mit Bus und Bahn nach Luzern. Schließlich geht der Zug nach Bern von dort. Aber wir hatten viel Zeit und da Vio ihre Sonnenbrille daheim vergessen hatte, ging es an der Kapellbrücke vorbei in die Altstadt zum Optiker Visilab[1], wo sie gut beraten und schnell fündig wurde.

Nach diesem kleinen Stadtbummel war es schon etwas Zeit für einen kleinen Mittagssnack und da die Züge stündlich nach Bern fuhren, bestand auch keine Eile. So gingen wir in das Restaurant tibits[2] am Bahnhof Luzern und stärkten uns etwas.

30 °C in Bern

Mit dem Zug ging es dann, nach Bern. Die Fahrt dauert nur 60 Minuten, dank der Bahn 2000 Strecke und die Zeit verging, ob der bei bis zu 200 km/h vorbeiflitzenden Landschaft gefühlt viel schneller.

Vom Bahnhof liefen wir nur wenige Minuten bis zu unserem Hotel Goldener Schlüssel in der Rathausgasse. Die historischen Gebäude der Altstadt bieten selten große Räume, aber das Zimmer war mehr als ausreichend, selbst mit dem nachträglich integrierten Badzimmer.

Rathausgasse
Rathausgasse
Hotel Goldener Schlüssel
Hotel Goldener Schlüssel

Die Sonne schien fleißig und es war sehr warm, auch im Zimmer. Die Laubengänge bieten in Bern aber nicht nur Schutz vor dem Regen, sondern spenden auch genug Schatten, um gemütlich die Gassen entlang zu spazieren.

Nachdem wir uns ein wenig frisch gemacht hatten, nahmen wir den Bus 10 und fuhren ein paar Stationen bis zum Rosengarten. Dabei handelt es sich um einen kleinen Hügelpark über Bern.

Der Rosengarten war jedoch ursprünglich gar kein Park, sondern ein Friedhof. Die Stadt Bern kaufte 1751 das Gelände als Ersatz für den Niederspital-Friedhof, zwischen 1765 und 1877 wurde hier bestattet. Der Frauenverein beantragte 1900 die Umwandlung und der Gemeinderat machte die Fläche 1913 dann offiziell zur Parkanlage. Daraus entstand dann in den folgenden Jahren das, was man heute kennt, mit Pergolen, Seerosenteich und rund 3700 Rosen in 130 Sorten. Es kamen Musikpavillon, Rhododendrongarten, eine kleine Bibliothek und mehrere Umgestaltungsrunden dazu.

Wisteria
Wisteria

Hier oben sitzt aber auch Albert Einstein auf einer Bank. Insgesamt gibt es 4 solcher Bänke verteilt in Bern, aber von dieser hier hat man einen tollen Blick über die Stadt.

Albert Einstein und ich
Albert Einstein und ich
Was gibt es denn da zu sehen?
Was gibt es denn da zu sehen?

Im direkt daneben liegenden Restaurant Rosengarten[3] nutzten wir die Gelegenheit für ein paar Getränke mit Ausblick

Nach einem Spaziergang im Garten ging es am Abend mit dem Bus zum Bahnhof, wo wir bei Veganitas[4] ein paar Pitas als Abendessen mitnahmen und uns im Hotel dann einverleibten.

Durchs Grüne

Nach dem Frühstück am Diag, 8. September, liefen wir vorbei am Erlach-Denkmal über die Kornhausbrücke.

Rudolf von Erlach war Berner Adliger und Ritter im 14. Jahrhundert. Vor allem als Feldherr in der Schlacht bei Laupen 1339 ist er bekannt und trug wesentlich zum Sieg der Berner und ihrer Verbündeten gegen das Heer des habsburgisch-savoyischen Adelsbündnisses bei.

Blick von der Kornhausbrücke
Blick von der Kornhausbrücke

Von der Brücke waren es nur noch wenige Gehminuten bis zum Botanischen Garten der Universität Bern[5].

Das gut 2 Hektar umfassende Gelände beherbergt rund 6000 Pflanzenarten, sowohl auf Freiflächen als auch in mehreren Gewächshäusern. Der heutige Standort wurde nach drei vorherigen Anläufen ab 1859 gebaut und seit 1862 genutzt.

da versteckt sich eine Strelitzie
da versteckt sich eine Strelitzie

Die Lage am Aarehang nahe der Lorrainebrücke bietet auch den Vorteil, dass die unterschiedlichen Abteilungen, wie das Alpinium oder das Herbarium in unterschiedlichen Höhen angesiedelt sind.

Zauneidechse
Zauneidechse

Wir verbrachten hier lange Zeit und da es mittlerweile auch schon Richtung Nachmittag ging und die Sonne bei bis zu 30 °C ihr bestes gab, nahmen wir den Bus und fuhren zum Bahnhof für einen Mittagssnack bei Bakery Bakery[6] und liefen dann rüber zum Bundeshaus.

Blick auf die Aare

Das Bundeshaus besteht aus drei Gebäudeteilen, welche zwischen 1852 und 1902 gebaut wurden. Die Fassaden sind aus Berner Sandstein und innen sind über 30 Gesteinsarten aus 13 Kantonen verbaut. Von der Bundesterrasse schauten wir hinab auf den Fluß Aare.

Bundeshaus
Bundeshaus
Blick von der Bundesterrasse
Blick von der Bundesterrasse

Viel Vergangenheit

Nur eine kurze Busfahrt später standen wir vor dem Bernischen Historischen Museum[7].

Das 1894 eröffnete Museum lagert über 500.000 Objekte rund um Archäologie, Geschichte, Numismatik und Ethnografie. Höhepunkte sind der Berner Silberschatz und die Burgunder Tapisserien aus der Schlacht bei Murten.

Die Ausstellung gliedert sich über mehrere Etagen und Epochen. Also von der Steinzeit bis zum 20. Jahrhundert. So sieht man Berner Funde, aber auch erobertes Gut.

Fuguren der Zehn Propheten
Fuguren der Zehn Propheten
Wohlstand und Kultur
Wohlstand und Kultur

Es befindet sich jedoch auch das Einstein Museum auf einer Etage.

1902 kam Einstein nach Bern, da er eine Stelle als technischer Experte am Eidgenössischen Patentamt hatte. Tagsüber kümmerte er sich um Patentanmeldungen und nebenher arbeitete er an dem, was später als sein Wunderjahr bekannt wurde. 1905 veröffentlichte er 5 Arbeiten, darunter auch die Relativitätstheorie E=mc².

Das Museum beleuchtet sein Leben und seine besondere Beziehung zur Schweiz.

Einstein Museum
Einstein Museum

Sehr luftig

Nach so vielen Eindrücken und neuem Wissen liefen wir am späten Nachmittag zurück zum Hotel, wo Vio sich ausruhte und ich nach einer kurzen Pausen zum Berner Münster lief. Das war ja nur 2-3 Querstraßen entfernt. Ich war zwar bereits 2017 auf dem Turm[8], aber warum nicht nocheinmal.

Blick vom Berner Münster über Bern.
Blick vom Berner Münster über Bern.

Nach 344 Stufen stand ich wieder auf 64 m Höhe mit leichtem Wind und einem sonnigen Blick über Bern.

Treppensteigen macht natürlich hungrig und auch wenn ich mir auf dem Weg zurück ins Hotel ein Eis gönnte, war es doch langsam Zeit für das Abendessen. So gingen Vio und ich mal wieder zum Bahnhof, denn auch am Bahnhof Bern gibt es ein tibits Restaurant. Die Buffetauswahl hat einfach ihren Reiz.

Bern: Adressen und Besuch

  • Rosengarten: mit Bus 10 bis Haltestelle Rosengarten, frei zugänglich; eine der vier Einstein-Bänke steht hier
  • Botanischer Garten: Altenbergrain 21, nahe der Lorrainebrücke, Eintritt frei
  • Bernisches Historisches Museum mit Einstein Museum: Helvetiaplatz 5, Tram 6, 7 oder 8 bis Helvetiaplatz; Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr; Einstein Museum für Erwachsene CHF 18
  • Swiss Travel Pass: gilt für Bus und Tram in Bern, der Eintritt ins Historische Museum mit Einstein Museum ist inklusive
  • Berner Münster: Münsterplatz 1; Turmaufstieg über 344 Stufen kostenpflichtig, im Sommerhalbjahr letzter Aufstieg 16:30 Uhr, im Winterhalbjahr wochentags erst ab 12 Uhr
  • Anreise: Von Luzern fährt stündlich ein Zug, rund 1 h.

Angaben ohne Gewähr, Stand September 2026. Aktuelle Zeiten bei Museum und Münster.[9]

Eine Woche mit der Bahn durch die Schweiz. Mit Vio im Golden Pass Express von Bern über Montreux nach Interlaken. Mit Besuch in Lauterbrunnen, Grindelwald und bei Wilhelm Tell. (7 Teile)

Fußnoten

  1. [1] Visilab – Optiker ↩
  2. [2] tibits – vegetarisches und veganes Restaurant ↩
  3. [3] Restaurant Rosengarten Bern ↩
  4. [4] Veganitas – Freshly Baked Vegan Pitas ↩
  5. [5] Botanischer Garten der Universität Bern ↩
  6. [6] Bakery Bakery | Vegane Bäckerei ↩
  7. [7] Bernisches Historisches Museum / Einstein Museum ↩
  8. [8] aufgestiegen: durch Bern und auf das Berner Münster ↩
  9. [9] Berner Münster – Öffnungszeiten ↩

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