Um den Eberhofer Kreisel ins Schloss Klösterle

Teil 9 von 10 des Reiseberichts 2024.4 Schweizer Alpen und Dolomiten

Der Morgen am 10. Reisetag startete bedeckt und nach dem Frühstück fuhr über die SR48 und SR49 ein paar Kilometer nach Norden.

Auf Grund einer Straßensperrung, staute es sich schon in Misurina, aber danach ging es zügig weiter. Die Wolken zogen sich noch etwas zu und ließen die Sonne zunächst nicht durch. Ich folgte der SS51 bis zum Drei Zinnen Blick und nahm mir ein paar Minuten Zeit.

Die Zinnen konnte ich nur erahnen, da sie eben nicht wolkenfrei waren. Zur gleichen zeit fuhren dort auch jede Menge Fahrräder, denn die Drei-Zinnen-Rundfahrt fand gerade statt.

3-Zinne-Rundfahrt
3-Zinne-Rundfahrt

Nach diesem kurzen Intermezzo fuhr ich weiter nach Norden und bei Toblach dann nach Osten und über die Grenze nach Österreich. Kurz vor Lienz ging es über die B108 wieder nordwärts, mittlerweile waren die Wolken auch nahezu verschwunden und die Sonne begleitete mich wieder. Durch den Felbertauerntunnel (mit Streckenmaut) verließ ich zunächst Tirol und bei Mittersilll fuhr ich ein Stück westwärts auf die B161. Bevor es wieder nordwärts ging, hielt ich noch an am Aussichtspunkt Pass Thurn Tauernblick. Österreich zeigte sich von seiner besten Seite.

dickes Brötchen

Durch Kitzbühel und St. Johann in Tirol ging es dann zur Deutschen Grenze bei Bad Reichenhall. Bisher waren die Temperaturen noch angenehm in der Sonne, aber in Bayern wurde es dann zunehmend wärmer. Ich passierte Waging am See, Burgkirchen an der Alz, sowie Neuötting, bis ich schlussendlich Frontenhausen erreichte.

Filmfans wissen, dass dies der Drehort für die Eberhofer-Krimis ist und dort Niederkaltenkirchen heißt. Einen Besuch der Leberkässemmel und des berühmten Kreisverkehrs ließ ich daher nicht aus, bevor es nach Dingolfing ging, wo ich eine Unterkunft Pension Goldener Stern[1] hatte.

In Dingolfing bezog ich das Zimmer und da es am nächsten Morgen kein Frühstück geben sollte, ging ich in die Innenstadt zum Supermarkt, um ein paar Kleinigkeiten zu besorgen. Danach spazierte ich noch etwas durch den Ort, bevor ich zum leichten Abendessen im Lotus Dingolfing[2] einkehrte.

Auf Umwegen an die Eger

Nach meinen kleinen Frühstück mit Instantkaffee am 11. Reisetag ging es zeitiger los als bisher. Ich klemmte meinen Krempel wie immer ans Mopped. Es war angenehm kühl am Morgen, der Wetterbericht zeigte aber wieder hohe Temperaturen, daher wollte ich keine Zeit verlieren.

Es ging weiter nordwärts, nur ein kurzes Stück durch Bayern, bis hinter Furth im Wald, wo ich die Grenze zu Tschechien passierte. Die Fahrt über die Landstraßen am Morgen war herlich angenehm, aber nicht außergewöhnlich. Auch in Tschechien lief es gut, ich umfuhr Plzeň und es wurde wieder sehr warm. Hinter Jesenice u Rakovníka stimmte dann die Kreuzung der 27 mit der 6 nicht mehr mit der Karte überein. Hier wurde großflächig gebaut, so dass ich den Abzweig verpasste. Ob es an fehlenden Schildern oder der Sprachbarriere lag, kann ich nicht sagen, aber der kleine Umweg stellte kein größeres Problem dar. Ich fand am Ende doch wieder den rechten Weg und kam dennoch bereits zur Mittagszeit am Tagesziel Klášterec nad Ohří.

Die Schlüsselübergabe an der Pension Astoria[3] war die nächste kleine Hürde, aber mit etwas Geduld war auch das überstanden und ich konnte mich endlich umziehen. Das Zimmer versprühte noch 1980er Jahre Ferienlager-Charme. Frisch gemacht spazierte ich dann zum Schloss Klösterle[4]. Viele Attraktionen gibt es in dem kleinen Ort eh nicht, aber das kleine unscheinbare Schloss bot dann doch eine interessante Porzellansammlung, die man nur per Führung besichtigen kann. Zu meinem Glück war es an dem Tag kostenlos, aber es kam auch etwas Pech dazu, denn es gab nicht den versprochenen Audioguide und die Führung war nur in Tschechich.

Einige Beschilderungen waren jedoch mehrsprachig und ein paar Bruchstücke von der Führung habe ich dann doch irgendwie verstanden. Die Sammlung zeigt die 200 jährige Geschichte böhmischen Porzellans, bietet aber auch einen Einblick in Porzelannprodukte aus alle Welt. Ebenso gibt es viele Stücke mit persönlichen Geschichten, wie Holocaustopfern. Fotografieren war leider untersagt.

Das Schloss selbst wurde ab 1514 unter Herrschafft der Familie Vitzthum erbaut und Ende des 16. Jahrhunderts zu einem Renaissanceschloss umgebaut. Bereits 1623 wurde das Schloss an die Familie Thun verkauft, welche bis 1945 dort lebte. Bis 1993 gehörte es dem Stadt und seitdem der Stadt Klášterec nad Ohří.

Mittlerweile war es Abend und auf dem Rückweg ging ich auch hier in den Supermarkt, aber diesmal um ein paar Kleinigkeiten als Abendessen zu besorgen, bevor es zurück aufs Zimmer ging.

Ende mit Schrecken

Der letzte und 12. Tag der Reise begann mit einem verregneten Morgen. Es hatte schon die ganze Nacht geregnet und das schien auch kein gutes Zeichen zu sein.

es regnet am Morgen
es regnet am Morgen

Das Frühstück war leider eine Katastrophe. ich brauche ja nicht viel, Kaffee und 1-2 Brötchen mit Marmelade genügen, aber es gab nur alte aufgebackene Brötchen. Hier und da liest man ja den Tipp, harte Brötchen etwas anzufeuchten, um sie nochmal aufzubacken. Das wurde hier wohl versucht, denn sie waren hart und nass. Das funktioniert offenbar nicht und ich verzichtete lieber. Da ich hier auch der einzige Gast war, hab ich generell nicht auf Besserung gehofft.

Daher hieß es, nur noch schnell weg hier. Im Regen packe ich mein Zeug ans Mopped und fahre nochmal fix zu Tesco, um ein großes 6er Pack Kofola[5] zu kaufen. In Regen stehend packte ich es ein, schnürrte es am Mopped fest und wurf mir noch die Regenpelle über, denn die Aussichten waren nicht trockener.

Richtung Nordosten verließ Klášterec nad Ohří und fuhr bis nach Chomutov. Hier ging es über sehr sehr kleine, teils steile Wege Richtung Deutsche Grenze. Zum Glück war hier auch wenig Verkehr, der Regen alleine reichte ja schon. Ich passierte die Grenze hinter Kalek (CZ) Richtung Rübenau (D). Die Stelle war wirklich sehr unaufällig und fast ohne Schilder.

Durch Zöblitz und Nennigmühle fuhr ich zur B101 und folgte der Bundesstraße bis Freiberg. Weiter auf der S196 bis Tanneberg. Ich überquerte die A4 auf der S36 und kurz danach ging es wieder auf die B101 bis kur vor Soppen, wo ich auf die S85 wechselte und bis zur B6 fuhr. Bei Seerhausen ging es dann auf die B169, weiter zur S89, L64 und über die B183 wieder zur B101 bei Bad Liebenwerda. Bis Herzberg (Elster) blieb ich auf der B101 und hier kam auch zögerlich mal etwas Sonne heraus und der Regen hörte auf. Über Dahme/Mark und Baruth/Mark ging es dann zur B96 und nach Berlin, wo ich am Nachmittag dann endlich daheim ankam.

Karte der Tour:

Download file: 2024-09-0709-Heimfahrt.gpx

  1. [1] Pension Goldener Stern, Dingolfing
  2. [2] Lotus Dingolfing
  3. [3] Pension Astoria
  4. [4] Schloss Klášterec nad Ohří
  5. [5] Kofola

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