Mit dem Motorrad erst in die Schweizer Alpen, dann durch die Dolomiten. Viel Wandern, ein Halbmarathon und mehr. (10 Teile)
- Landstraßen, Schweizer Alpen und Entspannung
- Der Große Aletschgletscher
- Sarnersee Lauf 2024 – alles lief anders
- hinauf zum Jänzi
- Nach Disentis ins Kloster
- der beschwerliche Weg zur Rheinquelle
- Regen auf hochalpinen Straßen und italienische Dörfer
- Über 4 Pässe durch die Wolken nach Venetien
- Um den Eberhofer Kreisel ins Schloss Klösterle
- Schweizer Alpen & Dolomiten: Fakten, Fazit und Film
In der Nacht zum Mittwoch, 4. September, regnete es und so war es am Morgen auch noch bewölkt.
Direkt nach dem Frühstück nahm ich den Zug um 8:14 Uhr Richtung Oberalppass, wo ich pünktlich um 8:50 Uhr ankam. Von hier aus begann ich meine Wanderung bei rund 15 °C. Vom Bahnhof ging es links am Leuchtturm vorbei und ich folgte dem markierten Wanderweg, der zunächst noch einen kurzen Teil der Via Alpsu folgte, bevor es dann schon leicht über Schotter bergauf ging.
Die Sonne versuchte schon durch die Wolken zu brechen, teilweise gelang es ihr, aber die Wolken übernahmen immer wieder die Führung. Der Weg wurde steiler und ich folgte den Schildern zum Tomasee. Vorbei an Alpwiesen, durch Furten und über Geröll passierte ich Steinmannli am Wegesrand und Kühe in der Ferne.
Fehler am See
Immer wieder hielt ich inne und genoss den Blick. Nach rund 300 Höhenmetern erreichte ich den Tomasee und damit auch die Quelle des Rheins. Der Ausfluss des Tomasees, Rein da Tuma, ist der Oberlauf des Vorderrheins. Am Tomasee befindet sich natürlich auch ein Schild zur Rheinquelle mit der Längenangabe des Rheins von 1320 km bis zur Mündung. Diese Angabe ist aber eigentlich falsch und beruht vermutlich auf einem Zahlendreher, denn die tatsächliche Länge des Rheins ist mit 1233 km vermessen.
Das tut der Wanderung hierher jedoch keine Abbruch. Ich blieb einige Zeit am See sitzen und ein anderer Wanderer kam des Weges. Wir unterhielten uns kurz und es stellte sich heraus, dass er aus Leipzig war und mit dem Fahrrad unterwegs ist. Das erklärte auch ein wenig die doch unübliche Kleidung zum Wandern, denn es waren Radhose und Radtrikot, aber immerhin feste Wanderschuhe, die auf den teils sehr unwegsamen Pfaden nötig waren. Er setzte seinen Weg fort, während ich noch am See verweilte, bevor auch ich mich auf meinen weiteren Weg aufmachte.
Nur eine kurze Erfrischung
Dieser führte mich weiter hinauf bis zur Badushütte auf 2505 m, wo ich ihn wiedertraf. Ich nutzte hier die Gelegenheit, setzte mich in die Sonne und trank einen selbstgemachten Alpeneistee mit Quellwasser.
Gratwanderung
Von der Badushütte ging es auf noch schmaleren Wegen deutlich steiler hinauf, teilweise mit doch schwierigen Klettereinlagen, bis ich schlussendlich auf 2739 m auf dem Pazolastock ankam. Die Wolken zogen hier schon wieder stark zu, aber davon ließ ich mich nicht aufhalten und suchte in der Nähe des Gipfel zunächst einen Cache[1], bevor ich einen Rundumblick machte.
Pazolastock Panorama
Es fing leicht an zu nieseln und so setzte ich die Wanderung, hinab zum Oberalppass, fort. Der Regen hörte nach gut einer halben Stunde wieder auf und auf den letzten Kilometern hinab, sprach mich ein mir entgegenkommender Wanderer an, wie weit es denn noch sei bis zum Tomasee. Mit Blick auf die Uhr, es war bereits Nachmittag, unterhielten wir uns über die Wegbeschaffenheit und Länge, das Wetter und dass ich der Meinung bin, dass er es vermutlich nicht mehr im Hellen zurückschaffen würde. Es fing auch wieder an zu Nieseln und nach langem Überlegen, entschloss er sich, doch lieber abzubrechen, während ich schon meinen Weg hinunter fortsetzte.
Nach gut 12 Kilometern mit mehr als 800 Höhenmetern war ich zurück am Oberalppass, wo ich knapp 6 Stunden zuvor startete. Im Restaurant Piz Calmot[2] trank ich einen Kaffee, bevor ich mit Zug zurück nach Disentis fuhr. Dort machte ich mich kurz im Hotel frisch und ging zum Abendessen abermals ins Restaurant Nangijala[3].

Diesmal nahm ich den Chili Chili Burger und Nachos. Ein guter Abschluss, für diesen ereignisreichen Tag.
Karte der Wanderung:
Mit dem Motorrad erst in die Schweizer Alpen, dann durch die Dolomiten. Viel Wandern, ein Halbmarathon und mehr. (10 Teile)
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