Ich folgte einer Einladung zur indischen Hochzeit und nutzte die Gelegenheit für eine Winterflucht in Südindien. (11 Teile)
- Eine Einladung nach Indien als Auftakt einer etwas anderen Reise
- Auf zwei Rädern und mitten ins südindische Ritual
- Mit der Enfield zu Tempeln, Wasserfällen und Hochzeitsfesten
- Eine indische Hochzeit mit Dämonen und unerwarteter Begrüßung
- Abschied aus Belagavi und Dankbarkeit im Gepäck
- Geburtstag in Bengaluru
- Grüne Parks, Rikschas und indische Palmenhörnchen
- Achterbahnen, Karussells und ein Mosambi Mojito
- Trubel auf dem Krishnarajendra Markt
- Planetarium, Kunst und ein letzter Abend in Bengaluru
- Indien: Fakten, Fazit und ein Filmchen
Das war nicht leicht, alles in Worte zu packen.
Meine Reisen sind seit Jahren Individualreisen, ein Großteil abseits der typischen Touristenorte. Ich nutze gern auch den jeweiligen ÖPNV, übernachte beispielsweise in der Schweiz oft bei Verwandten, gehe normal Einkaufen und mache eben das, was Einheimische auch tun würden.
Die mehr als 4 Tage während der vielen Feiern rund um diese indische Hochzeit war ich (beziehungsweise wir) ständig bei den Familien, mittendrin im Leben dieser netten Menschen. Belagavi ist auch überhaupt kein touristischer Ort, entsprechend fehlt diese Infrastruktur und man merkte, dass Fremde sehr selten sind.
Englisch sprechen nur wenige, daher war die Kommunikation manchmal schwierig. Aber es war eine sehr interessante und intensive Erfahrung.
Die Menschen
Große, laute und überfüllte Partys liegen mir eher nicht. Da ich keinen Alkohol trinke, gehe ich auch ungern in Bars. Betrunkene Menschen verlieren gern auch mal die Kontrolle, werden dann aufdringlich und laut. Ich leide unter einer Form von Haptephobie und komme daher mit Menschenmengen nicht gut zurecht.
Hinzu kommt, dass Gespräche in der Umgebung mich schnell überfordern, sofern ich die Sprachen verstehe. Mein Gehirn filtert einfach nicht, es hört alles gleichzeitig, und das strengt meine Konzentration sehr an.
Die Familie, in der ich aufwuchs, war und ist klein. Große Familienfeste gab es nicht, daher bin ich das auch gar nicht gewohnt. Aber dennoch konnte ich den Erfahrungen in Indien viel abgewinnen.
Mir hat es sehr gut gefallen, dass es keinen Alkohol auf den Feiern gab und die Menschen grundsätzlich sehr respektvoll waren, kein Anfassen oder Umarmen ohne Zustimmung. Aber auch die Teilnahme an all diesen Feierlichkeiten, Spielen und Tänzen, ohne dazu gezwungen zu werden, und die mehrmaligen Besuche bei den Familien des Brautpaars in ihren Häusern gaben mir das Gefühl, ein Familienmitglied zu sein.
Meine Zeit allein in Bengaluru war ebenfalls schön und ich brauchte dies auch, um mich ein wenig von den sehr intensiven Tagen zu erholen.
Ich erinnere mich sehr gern an diese Tage zurück.
Termine
Das hatte ich zwar schon erwähnt, aber bei Zeitangaben zu Veranstaltungen oder Treffen kann man locker auch noch 1-2 Stunden dazurechnen, um nicht zu zeitig zu kommen. Zumindest trifft das auf private Veranstaltungen ein. Das bedeutet auch im Umkehrschluss, dass man gegebenenfalls auch mal länger warten muss, bis man abgeholt wird.
Der Verkehr
Fantastilliarden an Fahrzeugen immer und überall, aber auch viele eMopeds sind unterwegs. Der Verkehr fühlte sich wirklich chaotisch an, dennoch habe ich keinen Unfall gesehen, dafür ständig Stau. Egal wieviele Fahrstreifen markiert sind, es ist immer Platz für mehr.
Ampeln gibt es, da bleiben fast alle auch stehen bei rot, aber viele Kreuzungen, vor allem in Belagavi, waren ohne Ampeln und jeder fuhr kreuz und quer.
Natürlich muss man sich nicht zwingend selbst durch den Verkehr kämpfen, Rikschas und vor allem Bus und Bahn in Bengaluru bieten immer die günstige Möglichkeit, sich von A nach B zu bewegen.
Bezahlen in Indien
Man kann Bargeld am Automaten bekommen, das ist kein Problem, man muss und sollte nicht zu Wechselstuben gehen. Aber Bargeld braucht man fast keines. In Indiengibt es das sogenannte UPI Unified Payments Interface, welches Zahlungen per App ermöglicht.
Als Tourist ist es jedoch nicht so einfach, eine UPI App zu nutzen. Aber es ist auch nicht unmöglich und es gibt ein paar Einschränkungen. UPI-Apps für Touristen gibt es ein paar, ich habe mich für Mony[1].
DIe Registrierung konnte ich bereits in Deutschland machen, die eigentliche Aktivierung geschieht aber vor Ort und eigentlich persönlich. Es wird der Reisepass und das Visum kontrolliert. Dazu macht man einen Termin und es käme dann jemand vorbei, der das prüft. Das ist bei allen UPI Anbietern der Prozess.
Als ich ankam, teilte ich per Chat mit, wo ich bin und wie das denn jetzt liefe und dass ich ja eigentlich nur kurz in Bengaluru bin und weiter nach Belagavi reise. Als erste Antwort erhielt ich, dass man sich meldet, aber 5 Minuten später bekam ich die Mitteilung, dass der Account nun aktiviert sei.
Ich konnte dann auch direkt das Konto aufladen. Aber aufgepasst beim Aufladen, die voreingestellten Werte sind sehr hoch, immer den Betrag manuell eingeben. Die Nutzung ist tatsächlich einfach, man scannt den QR Code, der entweder als Aufsteller vorhanden ist, dann muss der Betrag manuell eingegeben werden oder auf dem Terminal angezeigt wird. Pling pling und schon hat man bezahlt.
Das geht auch bei kleinen Straßenhändlern, sofern diese einen Händleraccount haben. Zahlungen an private UPI Accounts ist mit den Touristen UPI Apps nicht möglich. Viele Rikscha-Fahrer haben keine kommerziellen Accounts, das war auch die einzige Situation, wo ich dann doch mal Bargeld brauchte.

Die Gebühren sind überschaubar, so dass auch das Aufladen von mehreren Kleinbeträgen nicht so viele Kosten verursacht.
Die Kosten im Überblick
Den größten Anteil an den Reisekosten haben die Flüge ausgemacht. Ja, es war Lufthansa und fast ein Direktflug von München nach Bengaluru. Mit mehr Umstiegen und damit auch längerer Reisezeit, wäre sicherlich noch etwas Sparpotential möglich gewesen.
Ansonsten haben sich die restlichen Kosten wie Übernachtungen, Essen und Transport sehr in Grenzen gehalten.
- atmosfair 120,00 € (dazu alle Meilen umgewandelt)
- Eintritt 26,03 €
- eSIM (10 GB) 20,29 €
- Essen 90,14 €
- Hotel 223,83 €
- ÖPNV 3,60 €
- Souvenirs 137,28 €
- Taxi 31,31 €
- Rikscha 46,34 €
- Übergepäck 3 kg Domestic Flight 19,76 €
- Visum eVISA inkl Service 55,93 €
- Tanken 9,40 €
- Flug (Deutschland – Indien, Lufthansa) 836,03 €
- Flug (innerhalb Indiens, Indigo) 227,66 €
Gesamt: 1.847,60 €
Aber nun genug der vielen Worte, hier der filmische Eindruck:
Damit sage ich nochmals herzlichen Dank für die Einladung.
Ich folgte einer Einladung zur indischen Hochzeit und nutzte die Gelegenheit für eine Winterflucht in Südindien. (11 Teile)
- Eine Einladung nach Indien als Auftakt einer etwas anderen Reise
- Auf zwei Rädern und mitten ins südindische Ritual
- Mit der Enfield zu Tempeln, Wasserfällen und Hochzeitsfesten
- Eine indische Hochzeit mit Dämonen und unerwarteter Begrüßung
- Abschied aus Belagavi und Dankbarkeit im Gepäck
- Geburtstag in Bengaluru
- Grüne Parks, Rikschas und indische Palmenhörnchen
- Achterbahnen, Karussells und ein Mosambi Mojito
- Trubel auf dem Krishnarajendra Markt
- Planetarium, Kunst und ein letzter Abend in Bengaluru
- Indien: Fakten, Fazit und ein Filmchen















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