Ich folgte einer Einladung zur indischen Hochzeit und nutzte die Gelegenheit für eine Winterflucht in Südindien. (11 Teile)
- Eine Einladung nach Indien als Auftakt einer etwas anderen Reise
- Auf zwei Rädern und mitten ins südindische Ritual
- Mit der Enfield zu Tempeln, Wasserfällen und Hochzeitsfesten
- Eine indische Hochzeit mit Dämonen und unerwarteter Begrüßung
- Abschied aus Belagavi und Dankbarkeit im Gepäck
- Geburtstag in Bengaluru
- Grüne Parks, Rikschas und indische Palmenhörnchen
- Achterbahnen, Karussells und ein Mosambi Mojito
- Trubel auf dem Krishnarajendra Markt
- Planetarium, Kunst und ein letzter Abend in Bengaluru
- Indien: Fakten, Fazit und ein Filmchen
Am Vormittag des 20.12. spaziere ich gemütlich nach dem Frühstück zunächst die Infantry Road entlang bis zur Queens Road. Vorbei am Cubbon Park geht es weiter auf der Kasturba Road bis zum Visvesvaraya Industrial & Technological Museum[1]
Die Idee für das Museum entstand 1958 durch den Journalisten B. N. Guptha, der sich von Museen im Westen inspirieren ließ. 1962 wurde es in Bengaluru eröffnet und zeigte zunächst vor allem Industrie und Technik.
Später entwickelte es sich unter der Leitung von CSIR zu einem Wissenschaftsmuseum. Seit 1978 gehört es zum National Council of Science Museums und ist ein wichtiges Zentrum für Wissenschaft in Südindien.

Die Ausstellung bietet viele Interaktive Elemente, sowie Geschichte zum Anfassen und Verstehen. Dabei ist das Museum in unterschiedliche Bereiche aufgeteilt wie beispielsweise die Maschinenhalle mit über 50 Exponaten oder die Raumfahrtabteilung mit Flugmechanik und Astronomie.
Es gibt viel zu entdecken und die anderen Besucher waren hauptsächlich Schulkinder, die sehr interessiert waren und vieles ausprobierten. Ich verbrachte viel Zeit und fand es ebenfalls interessant, wie Wissenschaftsgeschichte aus einem nicht europazentrierten Blickwinkel dargestellt wird.
Auf dem Weg zur Metro machte ich noch einen Abstecher in einen Motorradzubehörladen[2], den ich zufällig auf der anderen Straßenseite entdeckte. Bevor ich rein durfte, musste ich mich auch hier in einer Pappierliste eintragen als Besucher.
Ein Motorradladen wie bei uns in Deutschland, Helme, Jacken, Hosen. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, bis auf die Preise. Nein, das war nicht günstig, denn umgerechnet waren das die gleichen Preis wie in Europa. Im Vergleich zu den anderen Preisen, wie Lebensmittel, Eintritt und ÖPNV empfand ich das doch schon sehr erstaunlich und fragte nach, wie das denn funktioniert und wer sich das leisten kann, denn draußen fuhren meist günstige Motorräder und teure Schutzkleidung wurde da eigentlich nicht getragen.
Die Antwort war einfach, es gibt Kundschaft und neben großen weltweit bekannten Marken, führt man auch exklusiv eine Marke und Motorradfahrende sowie Clubs und Motorsportvereine aus ganz Indien würden vorbeikommen, um dies zu kaufen.
Mit dieser Information verließ ich den Laden, lief an Königin Victoria vorbei zur Metrostation Cubbon Park und fuhr mit einem Umstieg zur Station Krishna Rajendra Market.
Im Sommerhäuschen
Mein Zeil war hier zunächst Tipu Sultans Summer Palace[3].

Mit der Schreibweise ist man sich nicht so einig, auf der einen Seite mit einem P und auf der anderen Seite mit 2 P.
Der Eingang war gut bewacht und die Sicherheitsleute machten das Tor nur auf, wenn man Eintritt bezahlt hat. Das war aber gar nicht so einfach. Zunächst scannte ich einen QR Code, die mich auf eine Website führte, in der ich Name, Pass- und Telefonnummer hinterlassen musste. Das mit der Telefonnummer funktionierte natürlich wieder nicht mit meiner deutschen Rufnummer, obwohl man im Formular angeben konnte, dass man Tourist ist, damit man auch den höheren Touristeneintrittspreis bezahlt.
Glücklicherweise sind die Sicherheitsleute hilfsbereit und tippten irgendwas ein, damit ich dann per UPI-ID digital bezahlen konnte. Trotz dieses Onlineformulars, gab es natürlich auch wieder eine Papierliste, aber dann konnte ich endlich rein.


Der Palast wurde 1791 erbaut und ist aus kunstvoll verzierten Teakholz. Der zu beiden Seiten offene Bau beherbergt in der Mitte einen Raum. Tipu Sultan hielt seinen Hof (Durbar) von den oberen Balkonen aus ab. Die Palastwände sind mit handgemalten Blumenmustern verziert, die für diese Epoche einzigartig sind. Der ursprüngliche goldene Thron wurde von Tipu Sultan nie benutzt, da er für einen siegreichen Moment gegen die Briten reserviert war.

Beim Gang durch den umgegebenden Garten kann man nicht nur ein paar Blumen bewundern, sondern auch den nebenan gelegenen Kote Sri Prasanna Venkataramana Swamy Tempel.
Ich lief knapp 450 m die Krishna Rajendra Road nordwärts, wo sich das Bengaluru Fort befindet.

Von einer Lehmfestung zum Fort
Das als Lehmfestung im Jahr 1537 entstandene Fort wurde von Kempe Gowda I. dem Gründe von Bengaluru erbaut. 1761 wurde die Lehmfestung durch eine Steinfestung von König Hyder Ali ersetzt und von dessen Sohn Tipu Sultan Ende des 18. Jahrhunderts ausgebaut. Im Anglo-Mysore-Krieg 1791 wurde die Festung beschädigt, dient aber nach wie vor als Beispiel einer militärischen Befestigungsanlage des 18. Jahrhunderts.
Der Eintritt ist frei und nicht so stark bewacht. Neben den wirklich beeindruckenden Mauern, gibt es aber auch nicht viel zu sehen, so dass man nach einem kleinen Rundgang auch schon fertig ist.
Nur kucken, nix anfassen
Bereits auf dem weiteren Weg zum Krishnarajendra Market, passierte ich viele kleine Straßenhändler.

Auf dem Krishnarajendra Markt gab es quasi alles, was man braucht. Frisches Obst, Kochzubehör, Kleidung und das zog sich auch weit in den umliegenden Straßen entlang. Voll und geschäftig war es. Es fühlte sich zunächst auch chaotisch und überwältigend an, aber wie ich so an den einzelnen Ständen und Läden vorbei lief, hatte ich ich dennoch genug Raum, mir alles anzusehen. Ich wurde ich auch nie angesprochen, um mir etwas aufzuschwatzen, eben kein touristischer Markt, sondern das normale Leben.
Ich lief weiter durch einen der ältesten Ortsteile von Bengaluru, Chikkapete bzw Chickpet. Dieser Teil ist beannt für die vielen Groß- und Einzelhändler und dessen Geschichte reicht zurück bis ins 16. Jahrhundert.
Vorbei am Freedom Park stehe ich wieder vor Vidhana Soudha, dem Sitz des Staatssekretär von Karnataka.
Dort steht unter anderem auch eine Reiterstatue von Shivaji Maharaj, dem Gründer des Maratha-Reiches. Dies war ein ein Staat in Zentralindien zwischen 1674–1818 mit nahezu Großmachtstatus.

Eigentlich schon etwas spät für den Nachmittags-Kaffee, gönnte ich mir Samosas und Kuchen abermals im Infinitea[4].
Zum Abendessen fuhr ich mit dem Taxi nach in den Ortsteile Armane Nagar ins JustBe Resto Cafe[5].
In entspannter Atmosphäre bot die Karte eine interessante Auswahl an Getränken und Speisen, so dass ich hier qusi 4 Gänge wählte. Los ging es mit einer Pita-Auswahl, dann gab es Sichuan Gemüse welches von einer Orange-Minz-Limonade begleitet wurde. Danach noch Eis und zum Abschluss Masala Chai mit Keksen.
Ein wohliger Abschluss für diesen Samstag.
Ich folgte einer Einladung zur indischen Hochzeit und nutzte die Gelegenheit für eine Winterflucht in Südindien. (11 Teile)
- Eine Einladung nach Indien als Auftakt einer etwas anderen Reise
- Auf zwei Rädern und mitten ins südindische Ritual
- Mit der Enfield zu Tempeln, Wasserfällen und Hochzeitsfesten
- Eine indische Hochzeit mit Dämonen und unerwarteter Begrüßung
- Abschied aus Belagavi und Dankbarkeit im Gepäck
- Geburtstag in Bengaluru
- Grüne Parks, Rikschas und indische Palmenhörnchen
- Achterbahnen, Karussells und ein Mosambi Mojito
- Trubel auf dem Krishnarajendra Markt
- Planetarium, Kunst und ein letzter Abend in Bengaluru
- Indien: Fakten, Fazit und ein Filmchen


























































Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden. Datenschutzerkärung